Richtig in die Flöte blasen: Atmung, Zunge und schöner Ton
Ein guter Blockflötenton hängt zu 80 % von der Atmung ab. Die Finger können richtig liegen, aber wenn man zu stark oder ungleichmäßig bläst, kreischt die Flöte, rauscht oder klingt unrein. Die gute Nachricht: Richtiges Atmen lernt man leicht in wenigen Übungseinheiten.
Wie viel Luft braucht die Blockflöte?
Sehr wenig. Die Blockflöte ist eines der „sparsamsten“ Blasinstrumente: Anders als Trompete oder Querflöte braucht sie weder starken Druck noch eine besondere Lippenstellung. Kindern hilft ein Bild: Wir hauchen in die Flöte, als würden wir kalte Hände wärmen – mit warmem, weichem, langsamem Ausatmen.
| Was man hört | Ursache | Was tun |
|---|---|---|
| Kreischen, Piepsen, der Ton „springt“ nach oben | Zu starkes Ausatmen | Sanfter blasen, besonders bei tiefen Tönen |
| Leiser, dumpfer Ton, tiefer als nötig | Zu schwaches Ausatmen | Etwas sicherer blasen |
| Der Ton zittert und „schwimmt“ | Ungleichmäßiges Ausatmen | Mit dem Bauch atmen, langsam und gleichmäßig ausatmen |
| Rauschen zusammen mit dem Ton | Löcher nicht dicht abgedeckt | Die Löcher mit den Fingerkuppen andrücken |
Wie nimmt man das Mundstück in den Mund?
Das Mundstück legt man auf die Unterlippe und deckt es mit der Oberlippe leicht zu – etwa einen Zentimeter. Die Zähne berühren die Flöte nicht, die Backen werden nicht aufgeblasen. Das Fenster unter dem Mundstück muss offen bleiben: Deckt man es mit Lippe oder Finger zu, gibt es keinen Ton.
Tonansatz: wozu man „tu“ sagt
Jeden Ton beginnt man mit einer leichten Zungenbewegung, als würde man lautlos die Silbe „tu“ in die Flöte sprechen. So beginnt der Ton klar und „schwimmt“ nicht aus einem Rauschen heraus. Auch zwischen gleichen Tönen arbeitet die Zunge: „tu-tu-tu“, nicht in einem Atemzug. Für schnelle Passagen benutzt man später „du“ oder „tu-ku“, für hohe Töne „ti“, um den Luftstrahl zu verengen.
Bauchatmung
Das Einatmen ist ruhig, durch den Mund, ohne die Schultern zu heben: Der Bauch wölbt sich leicht nach vorn. Das Ausatmen ist langsam und gleichmäßig, als würde man die Luft nach und nach aus einem Luftballon lassen. Eingeatmet wird in den Pausen und am Ende der musikalischen Phrasen, nicht mitten in der Melodie.
Atemübungen für Kinder
- „Kerze“ – auf die Handfläche (oder unter Aufsicht Erwachsener auf eine Kerzenflamme) pusten, sodass sie flackert, aber nicht ausgeht. Genau so ein Atem wird für die Flöte gebraucht.
- „Langer Ton“ – H spielen und genau 4, dann 6, dann 8 Sekunden gleichmäßig halten. Im Spiel trainiert die Stufe „Au clair de la lune“ lange Töne.
- „Echo“ – einen Ton laut (aber ohne Kreischen) spielen, dann leise wie ein Echo.
- „Tu-tu-tu“ – einen Ton in kurzen Zungenstößen wiederholen, ohne den Atem zu unterbrechen.